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Bekenntnis zu Autogas: Autogas führt die alternativen Fahrzeugantriebe an und ist somit ein wichtiger Bestandteil der Energiewende im Verkehrsbereich

Das Kabinett hat die vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) vorgelegte Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie (MKS) der Bundesregierung beschlossen. Darin werden besonders die alternativen Kraftstoffe und Antriebsarten wie beispielsweise Autogas hervorgehoben.

Die MKS zeigt Wege auf, wie die Klimaziele im Verkehrssektor umgesetzt werden sollen. Gesetztes Ziel der deutschen Bundesregierung ist es, den Endenergieverbauch im Verkehrssektor bis 2020 um rund 10 Prozent und bis 2050 um rund 40 Prozent gegenüber 2005 zu reduzieren.

Zur Zielerreichung verfolgt die Bundesregierung einen technologieoffenen Ansatz, den der Deutsche Verband Flüssiggas e. V. (DVFG) sehr begrüßt. Minister Dr. Peter Ramsauer betont dies explizit in einer Pressemeldung des BMVBS: "Unsere Strategie ist technologieoffen. Sie berücksichtigt alle alternativen Technologien und Energieträger. Dabei gibt es nicht die eine Lösung, aber sehr wohl die eine Frage: Wie können wir den Menschen und der Wirtschaft auch in Zukunft bezahlbare, saubere und sichere Mobilität ermöglichen?"

Eine solche Lösung bietet Flüssiggas, das im Bereich der Mobilität auch Autogas (internationale Abkürzung LPG – Liquefied petroleum gas) genannt wird. Schon heute ist Autogas im Pkw-Markt führend unter den alternativen Antriebskonzepten und bietet mit Diesel-LPG einen umweltschonenden Kraftstoff für den Lastkraftverkehr. Auch für den Personenverkehr gibt es bereits erste Hybrid-Busse, die mit einem Elektro-Flüssiggas-Antrieb in europäischen Städten unterwegs sind. In der Binnenschifffahrt gibt es ebenfalls erste Antriebskonzepte.

Allein im Straßenverkehr kann man davon ausgehen, dass im Jahr 2012 rund 320.000 Tonnen CO2 durch Autogas-Fahrzeuge eingespart wurden. Nach Angaben des Kraftfahrt Bundesamts gab es 2012 insgesamt 494.777 Fahrzeuge mit Autogas-Antrieb, 76.284 Erdgas- und 7.114 Elektro-Fahrzeuge. Die alternativen Antriebe haben damit einen Marktanteil im Pkw-Bereich von 1,49 Prozent, wobei allein 1,14 Prozent auf Autogas fallen. Um die angestrebten Klimaziele zu erreichen, muss dieser Anteil im Zuge der Umsetzung der MKS deutlich gesteigert werden.

Von daher ist es für den DVFG nicht nachvollziehbar, warum in der MKS eine differenzierte steuerliche Behandlung von Erdgas und Autogas in Erwägung gezogen wird. Es wäre ein völlig falsches Signal für die Verbraucher, wenn ausgerechnet der – mit knapp 80 Prozent Marktanteil – am stärksten vertretener Alternativkraftstoff steuerlich schlechter gestellt würde als die anderen. Zumal Autogas in Deutschland bereits heute an über 6.600 Tankstellen angeboten wird. Bemerkenswert ist, dass diese Tankstelleninfrastruktur durch die weitgehend mittelständischen Marktteilnehmer ohne weitere Förderung aufgebaut wurde.

Begrüßenswert ist, dass das BMVBS die „Well-to-wheels analysis“ (WTW) in seine Kraftstoffstrategie mit einbezogen hat. Bei dieser Betrachtung werden die gesamten anfallenden CO2-Emissionen der Bereitstellung addiert: angefangen bei der Förderung des Kraftstoffes, seiner Aufarbeitung, des Transportes zur Zapfsäule bis in den Tank des Fahrzeuges. Hierbei zeigt sich sehr deutlich, dass die beiden Gaskraftstoffe Autogas und Erdgas einen vergleichbar guten CO2-Einsparwert erzielen und somit auch eine steuerliche Gleichbehandlung erfahren sollten. Beide Antriebsvarianten sind weltweit am häufigsten vertreten und können als technisch ausgereift angesehen werden.

Der DVFG hat sich am Entstehungsprozess der MKS aktiv beteiligt und seine Forderungen für Autogas klar formuliert:

 

  • Fortsetzung der steuerlichen Gleichbehandlung von LPG und CNG und Verlängerung der Energiesteuerermäßigung für Autogas.
  • Umsetzung der Empfehlungen der EU-Expertengruppe: ein Anteil von Autogas-Fahrzeugen in Europa bis 2020 von 10 Prozent.
  • Berücksichtigung der realistischen Well-to-Wheel Analyse für alle Antriebsarten.
  • Technologieoffene Schaffung von Anreizen für Lkw mit alternativen Antrieben (LPG-Diesel-Mix) und LPG in der Binnen-Schifffahrt.

Über den Deutschen Verband Flüssiggas e. V. (DVFG):

Der Deutsche Verband Flüssiggas e. V. (DVFG) ist bereits seit 1949, also seit dem Gründungsjahr der Bundesrepublik, die national und international anerkannte und kompetente Vertretung der Flüssiggas-Wirtschaft in Deutschland. Der DVFG engagiert sich im Forschungs- und Entwicklungsbereich und arbeitet in relevanten Normungsausschüssen sowie weiteren Gremien mit, um den effizienten Einsatz von Flüssiggas weiter voranzubringen.

Autogas, im internationalen Sprachgebrauch auch LPG (Liquefied Petroleum Gas) genannt, ist das als Kraftstoff in Fahrzeugmotoren zum Einsatz kommende Flüssiggas.

Pressekontakt:

Katharina Kunath
Deutscher Verband Flüssiggas e. V.
EnergieForum
Stralauer Platz 33 - 34
10243 Berlin

Tel.: +49 (0)30. 29 36 71 -25
Fax: +49 (0)30. 29 36 71 -10
E-Mail:
info(at)dvfg(dot)de
Internet: www.dvfg.dewww.autogastanken.de

14.06.2013
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