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Brennstoffzellen-Aggregat mit Flüssiggasbetrieb

Neue Wege zur mobilen Stromversorgung. Mobil mit APU: eine Formel, die einen Technologiesprung in der mobilen Stromversorgung markiert – mit weitreichenden Anwendungsmöglichkeiten. APU steht für Auxiliary Power Unit, womit eine kleine, autarke Stromversorgungseinheit für den leitungsungebundenen Einsatz bezeichnet wird. In Duisburg wird jetzt solch ein kompaktes Aggregat auf Basis der innovativen Brennstoffzellentechnik entwickelt. Die 300 Watt leistende Anlage, die vom Zentrum für BrennstoffzellenTechnik (ZBT) an der Universität Duisburg-Essen aktuell zur Marktreife geführt wird, soll zunächst vornehmlich zur Bord-Stromversorgung von Wohnmobilen und Segelyachten eingesetzt werden. Projektleiter Dr. Peter Beckhaus vom ZBT sieht in diesen Anwendungen ein ideales Praxisfeld für die ebenso zukunftweisende wie umweltverträgliche Technologie: „Auf Segelyachten und in Wohnmobilen ist die Nutzung elektrischer Verbraucher während längerer Fahrten auf Grund zu geringer Batteriekapazitäten sehr eingeschränkt. Eine zusätzliche Stromversorgung auf Basis der geräuscharmen Brennstoffzellentechnik erlaubt hier eine wesentliche Komfortsteigerung ohne störende Emissionen.“ Der von der Brennstoffzelle benötigte Wasserstoff wird in der APU von einem so genannten Reformer durch Zuführung von Wasserdampf und Wärme erzeugt. Als Energieträger für diesen Prozess kommt mit Flüssiggas ein Brennstoff zum Einsatz, mit dem sowohl Camper als auch Segler seit vielen Jahren bestens vertraut sind. Bereits eine handelsübliche 5-kg-Flüssiggasflasche, im Freizeit- und Campingbereich als leitungsunabhängige Energie unverzichtbar, ermöglicht eine ausreichende Bord-Stromversorgung für rund 14 Tage. Dass die Entwickler des ZBT sich für diese Energielösung entschieden haben, liegt nach Angaben von Dr. Beckhaus an der hohen Energiedichte, den leichten Transportmöglichkeiten und nicht zuletzt an den besonders anwenderfreundlichen Eigenschaften von Flüssiggas: „Für diesen Treibstoff ist im Freizeitbereich eine hervorragende Infrastruktur vorhanden und die Nutzer sind im sicheren Umgang mit Flüssiggas geübt.“ Die mobile APU umfasst in einem patzsparenden, für die speziellen Anwendungsbereiche entwickelten Gehäuse sämtliche Stationen der mobilen Stromerzeugung auf Brennstoffzellen-Basis. Dazu gehören eine Entschwefelungseinheit, die miniaturisierte Wasserstofferzeugung, eine Stufe zur Umwandlung des schädlichen Kohlenmonoxids und schließlich der eigentliche Brennstoffzellen-Stack. Aufgrund der kompakten Anordnung dieser Komponenten und der Betriebssicherheit des Systems sind die Anwendungsmöglichkeiten der mobilen APU vielfältig. Eine Nutzung zur Stromerzeugung in Caravans bzw. Reisemobilen ist ideal, da diese ohnehin mit Flüssiggasflaschen für Küchentechnik und Wärmeerzeugung ausgestattet sind. Und weil Flüssiggas zunehmend auch als schadstoffarme Kraftstoff-Alternative für den Kfz-Antrieb genutzt wird, kann die Entwicklung des ZBT mittelfristig auch für den steigenden Strombedarf elektronischer Bauteile im Automobilbereich genutzt werden. Zusätzliche Informationen und Detailbeschreibungen liefert das Internet unter www.zbt-duisburg.de.

16.04.2004
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