Fakten Detailansicht

Der Sommerhit: Gourmets grillen mit Gas

Grillen liegt voll im Trend. Das bestätigt auch die Studie eines der größten Marktforschungsunternehmen GfK im Auftrag des marktführenden Grillgeräteherstellers Weber-Stephen.  Danach werden jährlich zwischen Mai und September insgesamt zwei Millionen Grills im Gesamtwert von circa 170 Mio. Euro in Deutschland verkauft. 56 % davon sind Holzkohlegrills, 29 % Elektrogrills. Mit Flüssiggas werden  13 % der verkauften Geräte befeuert, doch sind sie preislich wesentlich höher angesiedelt als einfache Holzkohle- oder Elektrogrills. Experten schätzen den Gasgrill-Anteil am Gesamtumsatz mit Grillgeräten mittlerweile auf über 30 % ein.

Die Botschaft ist relativ einfach: Immer dann, wenn nach hochwertigem Grillgerät verlangt wird, ist die Entscheidung für einen Gasgrill eigentlich alternativlos. Die Vorteile in der Praxis liegen auf der Hand: Sauberes Grillen ohne lästiges Hantieren mit Holzkohle, keine langen Vorheizzeiten, keine Verwendung von teilweise gefährlichen Grillanzündern und eine Temperaturführung, wie sie mit Holzkohle schlichtweg unmöglich ist, machen das saubere, umweltfreundliche Grillen mit Gas immer attraktiver.

Gourmets und Spitzenköche schätzen die Möglichkeiten moderner Gasgrills gleichermaßen: Gute Modelle bieten Hochtemperaturzonen für schnelles Anbraten bei Temperaturen von bis zu 800 Grad, Infrarot-Brenner, Drehspieße, Aromaschienen, die den direkten Kontakt der Gasflamme zum Grillgut verhindern und natürlich zusätzliche Bereiche, in denen das Grillgut bei Temperaturen ab 80 Grad langsam garziehen kann. Kurzum, moderne Gasgrills bieten alles, was eine Profiküche auch leisten kann, allerdings auf kleinstem Raum und natürlich im Freien. Selbst das typische Holzkohle-Aroma lässt sich durch Räuchereinsätze nachbilden. Und natürlich kann man den Grill auch zum Räuchern verwenden.

Und während der Mann seinen Grillspaß hat, ist die Frau eine Sorge los: Nämlich die quälende Frage, was man denn so zu den üblichen Terminen schenken soll. Die Auswahl an Grillzubehör ist schier unerschöpflich: Vom einfachen Gitter zum Fixieren von Grillgemüse bis hin zu kleinen Fleischthermometern, die via Bluetooth die aktuelle Kerntemperatur des Steaks auf dem iPhone anzeigen, reicht die nach oben offene Zubehörliste.

Billigprodukte finden ihren Platz höchstens noch vor den Zelten der Campingplätze, Premiumgrills haben längst Einzug auf Balkon und Terrasse gehalten. Das liegt auch daran, dass viele Hobbygriller eigentlich gar nicht mehr grillen, sondern dem aus den Südstaaten Amerikas herüber geschwappten Trend zum Barbecue folgen: Während beim Grillen das Fleisch auf einer Roste direkt über einer 200 bis 300 Grad heißen Hitzequelle liegt, gart es beim Barbecue langsam im heißen Rauch von circa 100 Grad. Die wesentlich längeren Garzeiten lassen sich besonders gut mit den modernen Gasgrills realisieren, die geeignet sind, die Temperatur über lange Zeit konstant zu halten.

Der Trend zur Qualitätsorientierung im Grillbereich wird von den Herstellern der Grillgeräte entsprechend unterstützt: Sie bieten Kurse an, auf denen „Durchschnittsgrillern“ die höheren Weihen des Grillens und des Barbecues vermittelt werden und sie in die Lage versetzen, das volle Potenzial des Grills zu nutzen.

Einer der ersten, der diesen Trend erkannt hat, war Marktführer Weber-Stephen, dessen „Grill-Akademie“ in Ingelheim bereits über Monate hinaus ausgebucht ist. Doch viele Grillfans schätzen die örtliche Nähe zum Grillshop ihres Vertrauens. Deshalb haben natürlich auch die Grillkurse der mittlerweile in vielen Städten ansässigen Grillstudios Hochkonjunktur.

Doch ganz gleich, ob kleiner Balkongrill für 200 Euro oder eine komplette Outdoorküche, die auch schon einmal für 20.000 Euro den Besitzer wechselt, der Trend ist derzeit eindeutig: Weg von der Holzkohle, hin zum sauberen Gas, mit dem sich Mann am Grill auf das wesentliche konzentrieren kann: das Grillen an sich. Und dieser Trend wird sich, wenn man den Marktforschern Glauben schenken darf, zukünftig noch weiter fortsetzen, bis wir auch in Deutschland Schweizer Verhältnisse haben: Für die Eidgenossen ist Grillen mit Holzkohle fast schon ein Sakrileg, sie nutzen fast ausnahmslos Gas.

Autor: W. Kröger

03.06.2013
« zurück zu letzter Ansicht