Fakten Detailansicht

Energie-Effizienz beginnt beim Händewaschen. Warmwasserbereitung als unterschätzter Kostenfaktor

Was zeichnet einen energieeffizienten Haushalt aus? Die Energiesparlampen und der Verzicht auf nächtlichen Stand-by-Betrieb bei Elektrogeräten? Das sind zweifellos sinnvolle Maßnahmen, aber entscheidend für die Höhe der energiebedingten Wohnnebenkosten sind vor allem Heizung und Warmwasserbereitung. Die dafür benötigte Wärmeerzeugung ist nämlich bereits für rund 84 Prozent des durchschnittlichen Energieverbrauchs im Privathaushalt verantwortlich. Lediglich die restlichen 16 Prozent werden für Licht, fürs Kochen, Trocknen, Bügeln sowie für alle weiteren Elektrogeräte gemeinsam benötigt. Wer sparen möchte, sollte also in erster Linie unnötige Kosten bei der Wärmeerzeugung vermeiden.

Was die Raumwärme anbelangt, gibt es dafür eine ganze Reihe praktischer Maßnahmen und Verhaltensregeln: zum Beispiel eine witterungsgeführte Heizungsregelung, gut gedämmte Fenster und Außenwände, kein Dauerlüften und vor allem kein Aufheizen ungenutzter Räume. Wesentlich schwieriger ist eine Reduzierung des Energiebedarfs beim warmen Wasser. Denn die Ansprüche an Hygiene, Wellness und Badezimmer-Komfort werden zukünftig als Wohlfühl-Faktoren eher noch zunehmen. Das hat zur Folge, dass sich an der Zahl von 40 bis 60 Litern Warmwasser, die heute im Durchschnitt pro Tag und Person verbraucht werden, so bald nichts ändern wird.

Weil sanierte oder neu errichtete Gebäude aber immer weniger Heizleistung für die Raumwärme benötigen, steigt entsprechend der prozentuale Anteil der Warmwasserbereitung am gesamten häuslichen Energiebedarf. Nach Angaben der EnergieAgentur NRW liegt er in gut gedämmten Neubauten teilweise schon bei mehr als 25 Prozent. Umso wichtiger ist es, dass bereits bei der Erzeugung des warmen Wassers auf höchstmögliche Energie-Effizienz geachtet wird. Das ist am besten gewährleistet, wenn die Warmwasserbereitung von der Heizzentrale des Hauses gleich mit übernommen wird, nach Möglichkeit von einem gasbetriebenen Brennwertkessel.

Diese besonders energieeffiziente Form der Wärmeerzeugung ist auch außerhalb der öffentlichen Gasleitungsnetze möglich. Dort erlaubt der Einsatz von Flüssiggas völlig standort-unabhängig eine Gebäudeplanung mit zeitgemäßer Gasheiztechnik. Und sollte diese Planung eine dezentrale, also direkt an den jeweiligen Zapfstellen erfolgende Warmwasserbereitung vorsehen, dann empfiehlt die EnergieAgentur NRW hierfür ebenfalls moderne Gasgeräte: Gas-Durchlauferhitzer bzw. Gas-Kombi-Thermen, so die Wärme-Experten, seien „effizienter, umweltfreundlicher und langfristig kostengünstiger als elektrische Geräte“. Auch diese Warmwasserlösung benötigt dank Flüssiggas keinen Anschluss des Gebäudes an die leitungsgebundene Gasversorgung.

05.10.2011
« zurück zu letzter Ansicht