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Heißer Herbst für Autogas: Opel, Kia und Hyundai präsentieren neue, reinrassige OEM-Lösungen mit LPG

Viele Automobilhersteller setzen auch in Zukunft auf Autogas. Opel, Hyundai und Kia werden, wie aus Unternehmenskreisen verlautete, im zweiten Halbjahr 2013 einige neue, reinrassige OEM-Versionen mit dem umweltfreundlichen Alternativantrieb Autogas vorstellen. Ob sie es schon bis zur IAA in Frankfurt in die Verkaufsprospekte schaffen, steht derzeit noch nicht fest, doch dass sie noch in diesem Jahr auf Deutschlands Straßen entlassen werden, gilt als sicher.

Gleich zwei heiße Eisen im Feuer hat Opel: Den neuen Opel Insignia, das Rüsselsheimer Flagschiff, wird es ebenso wie den Lifestyle-Flitzer ADAM künftig in einer Autogas-Version geben. Der ADAM mit dem 1,4-Liter ecoFLEX-Motor und 87 PS (64 kW) ist derzeit schon orderbar, mit der Auslieferung will man, wie Opel auf Anfrage bestätigte, im zweiten Halbjahr 2013 beginnen. Besonders interessant am neuen ADAM: Die CO2-Effizienzklasse verbessert sich durch die Nutzung von Autogas gleich um zwei Stufen von D nach B gegenüber vergleichbaren Benzinern. Auch den neuen Insignia wird es in der 140 PS (103 kW)-Version künftig mit Autogas ab Werk geben. Gute Verarbeitung, hohe Zuverlässigkeit und moderate Verbrauchswerte, selbst im Vergleich zum Diesel, machen den Reiz aus. Damit bestätigt Opel die führende Rolle im Autogas-Segment unter den deutschen Automobilherstellern.

Hyundai bietet fast die gesamte Produktpalette der Benziner mit einer Autogaslösung an, die einer Werksumrüstung entspricht. Vorgefertigte, fahrzeugspezifische Kits werden entweder in den PDI-Centern oder bei geschulten Händlern direkt vor der Auslieferung verbaut. Der Käufer erhält eine zusätzliche Garantie für die Gaskomponenten, die der Fahrzeuggarantie vollumfänglich entspricht. Zum Einsatz kommen hier, je nach Modell, Gasanlagen der Hersteller BRC und Lovato. Mit dem neuen Hyundai i10, der demnächst vorgestellt wird, will der aufstrebende koreanische Hersteller wieder mit einer vollwertigen OEM-Lösung auf dem europäischen Markt punkten. Insbesondere in den Ländern, in denen Autogasfahrzeuge besonders stark nachgefragt werden wie derzeit in Italien und Griechenland, hofft man, sich weitere Marktanteile zu sichern.

Ähnlich wie bei Hyundai, wird aller Voraussicht nach in diesem Herbst auch Kia mit einer eigenen OEM-Lösung aufwarten: Das Pendant zum i10, der Kia Picanto, soll demnächst als eigene Autogaslösung vorgestellt werden. Die Motorversion sowie die Gaskomponenten entsprechen im Wesentlichen der des kleinen Hyundai i10, mit dem Unterschied, das Kia sieben Jahre Werksgarantie auf das komplette Fahrzeug einschließlich der Gaskomponenten gewährt, der Hyundai begnügt sich mit fünf Jahren. Für alle anderen Modelle sind derzeit noch die Gasanlagen von Lovato freigegeben, die ebenso wie bei Hyundai als 0-Kilometer-Umrüstung ab PDI-Center oder auslieferndem Händler eingebaut werden. Auch bei diesen Fahrzeugen ist der Käufer bei der Autogasversion auf der sicheren Seite: Sieben Jahre Garantie gibt es zusätzlich für die Gaskomponenten.

Der Markt für Autogasfahrzeuge ist derzeit im Umbruch. Die Automobilhersteller, insbesondere Opel und die aufstrebenden Marken Kia und Hyundai, die mit ihren Produkten der Absatzkrise bisher trotzten, setzen weiterhin auf Autogas als führenden Alternativantrieb. Dazu kommen neue Entwicklungen, die sowohl BRC als auch Prins derzeit vehement vorantreiben: Flüssig-direkteinspritzende Gasanlagen für die neue Generation der Direkteinspritzer-Motoren. Beide Hersteller haben erste Modelle bereits zur Serienreife entwickelt, die in umfangreichen Tests ihre Qualität und Standfestigkeit unter Beweis gestellt haben. Man darf nach derzeitigem Entwicklungsstand damit rechnen, dass noch in diesem Jahr erste Fahrzeuge der Automobilhersteller als 0-Kilometer-Lösung auf die Straßen entlassen werden. Damit sollte eine neue Ära der Autogasfahrzeuge eingeläutet werden.

Das klare Bekenntnis zu Autogas einiger bedeutender Automobilhersteller und die Neuentwicklungen von BRC und Prins, deren Qualität selbst Insider überraschte, machen Mut für die Zukunft des Alternativkraftstoffs Autogas. Den traditionellen Tugenden, nämlich erhebliche Einsparungen im Bereich der Kraftstoffkosten und der CO2-Emissionen wird bei den neuen, modernen Direkteinspritzer-Motoren ein weiterer segensreicher Aspekt zur Seite gestellt: Nämlich die Reduktion der hochgradig gesundheitsschädlichen Partikelemissionen, die im Gasbetrieb bei diesen Motoren teilweise mit über 90 % als signifikant anzusehen ist, wie belastbare Messwerte ergaben. Damit wird Autogas auch zukünftig seine Position als führender Alternativkraftstoff nicht nur halten können, sondern langfristig noch weiter ausbauen.

Autor: W. Kröger

22.08.2013
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