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Steigerung beim Flüssiggasabsatz. Autogas-Versorgung wird wichtiges Geschäftsfeld

Die deutsche Flüssiggas-Wirtschaft hat ihren Gesamt-Inlandsabsatz im Jahr 2005 um rund vier Prozent steigern können. Dies gab der Deutsche Verband Flüssiggas e. V. (DVFG) heute im Rahmen seiner Jahrestagung in Dresden bekannt. Im DVFG sind mehr als 100 Versorgungsunternehmen und Zulieferfirmen zusammengeschlossen. Der Inlandsabsatz der Flüssiggas-Versorger lag im vergangenen Jahr bei rund 1,35 Mio. Tonnen. Das Investitionsvolumen betrug ca. 200 Mio. Euro. Wichtigstes Geschäftssegment der Branche ist das vornehmlich zu Heizzwecken dienende Tankgas. Sein Anteil am Absatz der DVFG-Mitgliedsunternehmen lag bei 59,8 Prozent. Der restliche Absatz verteilte sich zu annähernd gleichen Teilen auf die Geschäftsfelder Flaschengas, Treibgas/Autogas, Industrieabsatz sowie Lieferungen an inländische Großhändler. Flüssiggas bietet sich als zeitgemäße Energie für Wärmebereitung überall dort an, wo keine leitungsgebundene Gasnetzversorgung existiert. Wegen seiner Schadstoffarmut und sauberen Verbrennung bewährt es sich zunehmend in Kombination mit fortschrittlichen Konzepten der Gebäudebeheizung wie Brennwerttechnik, Solarthermie und Kraft-Wärme-Kopplung. Die niedrigen Emissionen und der saubere Verbrennungsvorgang haben Flüssiggas inzwischen auch zu einem attraktiven Alternativ-Kraftstoff für Fahrzeuge gemacht. Als Autogas ist es steuerlich begünstigt und bietet deshalb inzwischen rund 80.000 deutschen Autofahrern die Chance, den regelmäßigen Steigerungsrunden der Benzinpreise zu entgehen. Der Autogas-Anteil am Flüssiggas-Gesamtabsatz bewegt sich zwar noch auf einem niedrigen Niveau, aber die Absatzsteigerungen dieses Segments in den letzten Jahren belegen seine wirtschaftliche Dynamik: 44 Prozent in 2003, 80,9 Prozent in 2004 und im letzten Jahr 92,6 Prozent. Das derzeit mehr als 1.200 Stationen umfassende Tankstel¬lennetz für Autogas soll bis zum Ende des Jahres auf 2.000 ausgebaut werden. Mit dieser Zusage möchte der DVFG seine Forderung unterstreichen, die im aktuellen Entwurf des Energiesteuergesetzes ab 2010 vorgesehene steuerliche Bevorzugung des Kraftstoffs Erdgas gegenüber Autogas wieder zurückzunehmen. Für solch eine staatlich verordnete Marktverzerrung gibt es nach Ansicht des Verbandsvorsitzenden Hanns Richard Hareiner keinerlei Rechtfertigung, da beide Gaskraftstoffe nach unabhängigen Studien vergleichbare ökologische Potenziale aufweisen. Er verweist außerdem auf Forschungsprojekte zur Gewinnung von Flüssiggas aus nachwachsenden Rohstoffen. Die bestehende Infrastruktur der Versorger für Lagerung und Vertrieb wird zukünftig auch für biogenes Flüssiggas uneingeschränkt nutzbar sein. Sowohl der Bundesrat als auch zahlreiche Abgeordnete des Bundestages haben sich inzwischen ebenfalls für faire Wettbewerbs-Chancen ausgesprochen. Dem Verbraucher selbst, so ein zentrales Argument in der aktuellen Debatte, soll es überlassen werden, mit welchem Alternativ-Kraftstoff er seine Schadstoff-Emissionen reduziert.

22.05.2006
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