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Strom und Wärme vom Gas-Motor. Mini-BHKW für energieeffiziente Gebäude

Für die Wärme ist der heimische Heizkessel zuständig, für den Strom das weit entfernte Kraftwerk, das über lange Leitungen mit unseren Steckdosen verbunden ist. Dies ist die übliche Aufgabenverteilung, wenn es um den Energiebedarf in Wohngebäuden geht. Inzwischen ist aber auch ein ganz anderes Konzept möglich: Mit der so genannten Kraft-Wärme-Kopplung lässt sich die Stromerzeugung ebenfalls ins eigene Haus verlagern. Kompakte Blockheizkraftwerke (Mini-BHKW), die nicht mehr Platz benötigen als eine Waschmaschine, machen aus Hausbesitzern Stromproduzenten. Das Prinzip ist einfach: Ein meist gasbetriebener Motor erzeugt Strom, was automatisch die Entstehung von Abwärme zur Folge hat. Und diese Wärme wird direkt an die Heizungsanlage des Hauses weitergegeben, wo sie für Raumwärme und warmes Wasser eingesetzt wird. Der selbst erzeugte Strom wird entweder vor Ort genutzt oder ins allgemeine Elektrizitätsnetz eingespeist. Dies ist ein wesentlich effizienterer Umgang mit Energie als in einem Großkraftwerk: Dort muss die Abwärme über Kühltürme oder in Flüsse entsorgt werden, was enorme Energieverluste zur Folge hat. Weitere Einbußen ergeben sich durch die langen Übertragungswege des Stroms bis zum Endverbraucher. Nach Angaben der Deutschen Energieagentur (dena) müssen deshalb bei der getrennten Erzeugung von Strom und Wärme insgesamt Energieverluste von bis zu 40 Prozent in Kauf genommen werden. Im Gegensatz dazu kommt die Kraft-Wärme-Kopplung in den eigenen vier Wänden auf eine Energieausnutzung von rund 90 Prozent. Diese Ausbeute wird je nach Anlagen-Einstellung auf die Strom- und Wärmeproduktion aufgeteilt. Kommt die Antriebsenergie für den Gas-Motor ebenfalls nicht aus dem öffentlichen Versorgungsnetz, sondern aus einem Flüssiggastank, dann ist das Gebäude im Prinzip sogar völlig unabhängig von langen Leitungen. Eine interessante Energie-Option für Neubaugebiete in abgelegenen Regionen, für Landgasthöfe, Ferienhaussiedlungen oder Landwirtschaftsbetriebe. Seit Anfang 2009 können für die Ausstattung solcher Objekte mit Mini-BHKWs bis 50 kW Leistung attraktive staatliche Investitionskostenzuschüsse beantragt werden. Über die Konditionen und die Höhe der Fördersätze gibt es unter www.mini-kwk.de weiterführende Informationen.

November 2009
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